Das Leben der Wünsche
|
Nach dem gleichnamigen Roman von Thomas Glavinic
Stellen Sie sich vor, alle Ihre Wünsche gehen in Erfüllung. Nicht das, was Sie wollen, sondern das was Sie sich wirklich wünschen. Der Unbekannte, der Jonas in der Mittagspause zwingt, sich neben ihm auf die Parkbank zu setzen, ist in Weiss gekleidet, schlecht rasiert und riecht nach Bier. Sein Angebot ist unerhört: „Ich erfülle Ihnen drei Wünsche.“ Ein Spielchen offenbar, doch Jonas lässt sich darauf ein. Um den Mann loszuwerden wünscht er sich schliesslich als ersten Wunsch, das künftig alle seine Wünsche in Erfüllung gehen. „Von morgen an, Jonas, erfüllen sich Ihre Wünsche. Nicht das, was Sie wollen, sondern das was Sie sich wirklich wünschen.“ Und mit einer leisen Warnung geht der Mann davon: „Geben Sie Ihren Wünschen Zeit, sich zu entfalten...“ Doch was wünscht sich ein Mensch eigentlich, wenn er sich alles wünschen kann? In Jonas geregeltem Alltagsleben als Ehemann, Vater, unambitionierter Werbetexter und leidenschaftlicher ausserehelicher Liebhaber passiert zunächst gar nichts. Die eigenartige Begegnung schreibt er ab, mit der Idee der drei Wünsche beschäftigt er sich natürlich ein bisschen.
Dann steigen seine Aktienkurse. Sein zu klein geratener Sohn erfährt einen sichtlichen Wachstumsschub. Zufällig entgeht er einem Flugzeugabsturz. Ein Passant über den er sich ärgert wird von einem LKW umgefahren. Seine beste, schwer krebskranke Freundin wird geheilt.
Doch dann liegt eines Abends seine Frau tot in der Badewanne. Wir sind uns nie sicher, aber offenbar erfüllen sich tatsächlich seine innersten Wünsche, und das Problem wird, das entstehende Fiasko zu verhindern. Was ihm nicht gelingt. Schliesslich strebt er nur noch danach, sich in einen winzigen Moment des Glücks zu wünschen, und den für immer festzuhalten. Was zur finalen Katastrophe führt.
Eigentlich ist die Geschichte dieses Filmes über Wahrnehmung und Paranoia wie eine Geisteskrankheit. Drehbuch: David Schalko Regie: David Schalko Produzent: John Lueftner
|
![]() |
